Krummholz

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Marinehölzer, Krummhölzer, Vorlage für Holzhauer
Markierung bestimmter Baumteile für Marine- und Werkhölzer[1]

Bedeutung

  • Krummholz = Besonders gewachsenes Eichengehölz, auch als Krümmling, Marineholz oder Holländerholz bekannt.

Marineholz

Unter dem forstwirtschaftlichen Begriff Krummholz versteht man im 17./18. Jahrhundert ein natürlich wie ein „C“ oder krumm gewachsenes Eichenholz, welches besonders im den Schiffbau begehrt war, daher war es auch als Marineholz bekannt. Um 1660 waren für Europa rund 20.000 Handelsschiffe unterwegs,davon besaßen allein die Niederländer 16.000 Segelschiffe!

Sie bauten diese für sich, aber auch für den Export ins aufstrebende England. Für solch ein Segelschiff wurden etwa 4.000 150-jährige Eichen (Stammstärke ~ 2 Fuß) benötigt und zu hohen Preisen erworben. Für ein Kriegsschiff mit etwa 100 Kanonen mussten rund 5.000 Eichenbäume gefällt werden.

Knieholz oder Pfeifenholz

Teilweise wurden auch die Kniehölzer für die Spanten zu dieser Gruppe gerechnet. Je nachdem ein Krummholz stärker oder schwächer gewachsen war, wurde es auch als Wagenschott oder Wellenschuß bezeichnet und in Form gespaltener eichener Blöcke auf dem Rhein nach Holland verschifft. Dort wurde es in Bretter von 3/4, 1 bis 1/2 Zoll Dicke geschnitten, zu Holzplanken, Wandverkleidungen oder Pfeifenholz verarbeitet;

Verwendung bei Verstrebungen

Krummhölzer fand auch als unterschiedliche Streben im Fachwerkbau und Windmühlen Verwendung. Von daher bestand hier ein Riesenbedarf.

Holländerholz

Der aktive Handel mit Marineholz für den Schiffbau oder Holländerholz konnte nur in holzreichen Gegenden Existenzen begründen, wo Eigentümer überständige Bäume oder ganze Chargen zur Abholzung frei gaben. Waren ältere Waldbestände ausgeholzt und keine systematische Nachpflanzungen rechtzeitig erfolgt, hatte dies entsprechende Auswirkungen auf die Mast und die Versorgung mit Brennholz, der Holzhandel erlahmte.

  1. Quelle: Diderot, Denis: Diderots Enzyklopädie, die Bildtafeln