Freigrafschaft

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Beschreibung

  1. Freigrafschaft = frigrêveschap, Burgericht (ndd.)
  2. Freigericht, Femgericht, Heimliches Gericht
  3. Freistuhl, Freygestoil, frîenstôl, frîenstôl (ndd.)

Bedeutung

  • 1. Bedeutung: Amtsgebiet eines Freigrafen
    • Lehnsinhaber und Besitzer der Freigrafschaften waren die Gerichtsherren aus ursprünglichen Dynastenfamilien (Grafen) als Vetreter des obersten Gerichsherren, des Königs. Sie richteten unter "Königsbann" über Freie (Burbawern) und deren Freigüter (Allode).
    • Im Rahmen des Bedeutungsverlustes der Freigerichtsbarkeit beauftragten die Gerichtsherren andre freie Leute als "frigrêven" (Freigrafen) mit der Rechtsprechung.
  • 2. Bedeutung: Gerichtswesen einer Freigrafschaft
  • 3. Bedeutung: Gerichtsbank, Gerichtsstätte eines Freigerichtes (Feme)

Beispiel einer Teilung

Beispiel: Freigrafschaft Heiden (ein Lehen der Grafschaft Ravensberg)
1335 übertrug Menso II. von Heiden als Sicherheit für ein Darlehen, mit dem Recht der Wiederlöse, einen Teil der Freigrafschaft Heiden, nämlich über die Kirchspiele Lembeck, Raesfeld, Erle, Schermbeck, Wulfen und Hervest an den Herren von Raesfeld. Vor ihm hatte auch Dietrich von Kleve die Freigrafschaft Heiden und die Gerichtsstühle zu Schermbeck, Erle, Raesfeld, Wulfen und Hervest für eine Pfandschaft von 100 Mark erhalten. Da Menzo dies Darlehen nicht einlösen kann, kauft Bitter von Raesfeld zu Raesfeld und Ostendorf dem Wennemar von Heiden die Freigrafschaft über den genannten Bezirk, mit den Freistühlen zu Ossenkamp bei Erle, Deuten bei Wulfen und Dirking bei Raesfeld im Jahre 1374 ab.

Freigrafschaften im Hochstift Münster

Literatur

  • Stratmann, Bodo: Vom Grafengericht zur Freigrafschaft Heiden, Spurensuche um Engelrading. Reihe Lesepauker, Quellenveröffentlichung (Dortmund 2021).