Bommelsvitte

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Hierarchie

Regional > Litauen > Bommelsvitte

Regional > Historisches Territorium > Deutschland 1871-1918 > Königreich Preußen > Ostpreußen > Kreis Memel > Bommelsvitte


Einleitung

Bommelsvitte, Kreis Memel, Ostpreußen.

Name

Bei Nachforschungen zu dieser Frage lassen sich zwei Deutungen finden:

  • In einigen Erklärungen heißt es, „Vitte“ bedeutet Wohnplatz der Witinger (ein Volksstamm der Ostgoten), die noch in einigen Unterlagen als sogenannte „Fidtner“ aufgeführt sein sollen. Dieses mag für bestimmte Fälle stimmen; für den Fall von Bommelsvitte ist folgende Erklärung wahrscheinlicher:
  • Im frühen Mittelalter war der Hering der meist gefangene Fisch auch in der Ostsee. Die Fischer richteten sich, wie sie es auch heute noch tun, auf die jährlichen Heringszüge ein, indem sie den Schwärmen nachzogen. An geschützten aber gut zugänglichen Buchten der Ostsee brachten diese Fischer oft die Nächte zu.Den Fischern folgten auf ihren Fangzügen Händler. Nicht nur Fischaufkäufer, sondern auch Leute, die selbst etwas verkaufen wollten: Garn, Werkzeug, Seile, Nägel, Holz, aber auch Leinen, Tuche, Bier und scharfe Getränke. Auch stellte sich fahrendes Volk ein, Gaukler, Marketenderinnen und Priester.So entstanden überall am Ufer der Ostsee auf diese Art Siedlungsplätze mit Buden, Stapelplätzen, Läden mit Ausschank, Netzböden und Salzlager.

Im Namen mancher Orte oder Stadtteile entlang des östlichen Ufers der Ostsee ist die Bezeichnung für einen solchen nur während der Fangsaison bewohnten Siedlungsplatz erhalten geblieben: Man nannte ihn damals Vitte. So unterhielten z. B. Rostocker Fischer eine solche Vitte einst im Schutze des Strehlasundes. Daraus entstand die heutige Stadt Stralsund. An der Nordküste von Rügen gibt es heute noch einen kleinen Ort namens Vitte. Und schließlich gab es eine Vitte auch im Schutz der Mündung des Kurischen Haffes. Im 14. Jahrhundert. wurde hier, wo inzwischen die Stadt Memel unter dem Deutschen Orden entstanden war, das Gebiet nördlich des Dangeflusses als Vitte bezeichnet. Dieses Gebiet zerfiel in der Folgezeit in

  • die Kleine Vitte,
  • die Große Vitte und
  • die Bommelsche Vitte.

Die Kleine Vitte war die sogenannte Schloßfreiheit auf dem nördlichen Dangeufer gelegen, die Große Vitte war ein dahinter bis zur Swiane (ein Abflußbach) reichendes Bauerndorf. Die Bommelsche Vitte, woraus später die Bezeichnung Bommelsvitte entstand, war eine zum Gut Bommels (heute Groß Tauerlauken) gehörende Siedlung. Im Memel heißt der nördlich des Dangeflusses gelegene Stadtteil heute noch litauisch Vitė.


Quelle: Nach Viktor Kittel, Westerland auf Sylt.



Kirchliche Zugehörigkeit

Evangelische Kirche

Bommelsvitte gehörte 1888 und 1912 zum Kirchspiel Memel Land.

Katholische Kirche

Bommelsvitte gehörte 1907 zum katholischen Kirchspiel Memel.



Standesamt

Zugehörige Ortschaften

Zum Standesamt Bommelsvitte gehörten 1888 folgende Ortschaften:

Bommelsvitte, Sandkrug, Süderspitze.


Zum Standesamt Bommelsvitte gehörten 1907 folgende Ortschaften:

Bommelsvitte, Försterei, Mellneraggen, Süderspitze.


Standesamtsregister

Die Standesamtsregister von Bommelsvitte sind nur teilweise erhalten. Sie lagern im Litauischen Historischen Staatsarchiv in Wilna. Verfilmungen sind auch bei den "Mormonen" vorhanden.

  • Geburten: 1874, 1876-1879, 1881-1883, 1885, 1888, 1890-1895, 1897, 1899-1905, 1907-1913, 1915
  • Heiraten: 1882, 1886-1888, 1890, 1893, 1894, 1897, 1899-1900, 1903, 1905-1912
  • Sterbefälle: 1882, 1884-1894, 1896-1899, 1905, 1907-1915


Hierbei ist nicht sicher, ob die einzelnen Jahrgänge vollständig oder nur teilweise erhalten sind !


Verschiedenes

Memeler Dampfboot

  • 13. Dezember 1933 Goldene Hochzeit: Das Ehepaar Ansas Kairies und Anna, geb. Simoneit, Bommelsvitte Nr. 63 feiern heute das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Das Direktorium hat ein Geschenk von 100 Lit bewilligt, das Prediger Dreßler gelegentlich der kirchlichen Feier überreichte. Der Ehemann steht im 84. Lebensjahr und ist schon ziemlich schwach und hinfällig, während die Ehefrau im 76. Lebensjahr stehend noch recht frisch und rüstig ist.


Zufallsfunde

Oft werden in Kirchenbüchern oder anderen Archivalien eines Ortes Personen gefunden, die nicht aus diesem Ort stammen. Diese Funde nennt man Zufallsfunde. Solche Funde sind für andere Familienforscher häufig die einzige Möglichkeit, über tote Punkte in der Forschung hinweg zu kommen. Auf der folgenden Seite können Sie Zufallsfunde zu diesem Ort eintragen oder finden.

Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

GOV-Kennung BOMTTEKO05MR
Name
  • Bomelio Vitė Quelle (${p.language})
  • Bommelsvitte Quelle (${p.language})
  • Kolonie Tauerlauken (Bommelsche Vitte) (1864) Quelle (${p.language})
  • Vite (1926) Quelle Seite 62-63 (${p.language})
Typ
  • Wohnplatz
w-Nummer
  • 66111
Karte
   

TK25: 0292

Zugehörigkeit
Übergeordnete Objekte

Bommelsvitte, Bomelio Vitė (1864-05-30 - 1918-03-30) ( Landgemeinde) Quelle Quelle

Memel, Klaipėdos miestas, Klaipėdos miesto savivaldybė (1918-04-01 -) ( StadtStadtkreisStadtgemeindeStadtkreisStadtStadtgemeinde) Quelle

Groß Tauerlauken, Tauralaukiai (- 1864-05-29) ( Gutsbezirk) Quelle

Memel, Memel (Hlste. Dreifaltigkeit), Klaipėda (1907) ( Pfarrei) Quelle S.154/155

Memel, Memel Land (1907) ( Kirchspiel) Quelle S.154/155

Untergeordnete Objekte
Name Typ GOV-Kennung Zeitraum