Hof Warning

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Anschrift: 	         Malgartener Str. 129, 49565 Bramsche
Alte Anschrift:	         Epe Nr.23, Epe Nr.9
Heutiger Eigentümer (2009):  Familie Kuhlmann-Warning
Heutige Nutzung (2009):      Landwirtschaft
Namensformen:	         Wernerynck, Wernering, Wernerinck, Wernerynk, Wernerink, Werneryck, Warner, Warningk, Warnink,
                             Warnedinck, Wernink, Werning, Warninck, Warning.
Namensursprung:	         Der Name ist die niederdeutsche Form für Werning und abgeleitet vom Vornamen Werner.
Weitere Hofnamen:	         Kuhlmann-Warning (seit 1921).
Erste Erwähnung:	         1449
Früherer Hofstatus:	         Vollerbe


Entwicklungsgeschichte:

In der ersten urkundlichen Erwähnung wird 1449 Gerke Wernerynck genannt. Er hielt 1458 6 Pferde, 2 Ochsen, 12 Kühe, 4 Rinder und 12 Schweine.

Erbe wurde offenbar Arnd Wernerynk, der 1500 erstmals erwähnt ist und 1512 mit Frau und vier Angehörigen genannt wird. Daneben erscheint ein Berteke Wernerynk mit Frau. Eine Alheid Wernerink war 1518 Laienschwester im Kloster Malgarten und starb an einem 25. November.[1]

Zwischen 1521 und 1542 wird Gerd oder Gerke Wernerinck als Hofbewirtschafter genannt. 1533 wurden 6 Pferde, 1 Fohlen, 15 Kühe, 19 Rinder und 34 Schweine gehalten. Damit verfügte der Hof über die meisten Rinder, die meisten Schweine und zusammen mit Wessling auch über die meisten Kühe in Epe. Zwischen 1560 und 1577 erscheint Arndt Warningk in den Registern und 1589 ein Herman Warningk. Der 1601 genannte Arndt Warningk war mit Fenna geb. Schütte verheiratet und wird mit den Söhnen Arndt und Lübke, der Tochter Fenne sowie Anna einer Verwandten erwähnt. In der Leibzucht lebten Thabeke und seine Frau Hille als Hüselte. Ob der am 6. Februar 1615 vom Kloster als Pfründner angenommene Arent Wernering der zuvor genannte Hofbewirtschafter war, ist nicht gesichert. Er starb am 15. April 1637.[2]

1628 werden Lübbeke Warnings, seine Frau und drei Töchter genannt. Die Erbin Talke Warning heiratete um 1640 Arndt FürWahle (evtl. von Wahlde). Geschwächt durch den 30jährigen Krieg mußte der Hof 1651 ein Darlehn beim Kloster Malgarten aufnehmen. Weitere 30 T. lieh sich Warning 1653 vom Kloster Rulle. Das Geld wurde 1813 zurückgezahlt.[3] 1659 hielt der Hof noch 2 Pferde, 1 Fohlen, 4 Kühe, 3 Rinder und 1 Schwein. In der Leibzucht standen 4 Kühe und 1 Rind. Die Größe des Hofes wurde 1667 mit 44 Schef. Ackerland, 2 Schef. Holzung, 20 Fuder Wiesenwuchs und 5 Schef. Garten angegeben. Die Leibzucht hatte eine Nebenfeuerstelle und wurde von einem Schneider bewohnt.

Um 1670 heiratete der Erbe Arndt Warning Hilleken Eickelmann (Eckelmann) aus Epe. Nach ihrem Tod heiratete er in zweiter Ehe Trinken uffer Heide und 1695 in dritter Ehe Anneken Esselmann. Die Mitgift betrug 50 T., 1 Pferd, 2 Kühe und 2 Schmalrinder. Der 1680 geborene Sohn Herman verweigerte den Zwangsdienst beim Kloster und wurde daraufhin zu den Musketieren zwangsrekrutiert.[4] Eine Bestandsaufnahme des Klosterbesitzes verzeichnet 1680 für Warning 6 1/2 Schef. Garten, 30 Schef. Ackerland, 13 Fuder Heu und 1 Dustteil Holz. Daneben werden etliche Eichen und andere Bäume um seine Ländereien als Privatholz bezeichnet. Außerdem hatte er ein privates Fischereirecht in der Hase zwischen seinem Esch und der Greven Wiese. Außer den Steuern bestanden damals die staatlichen Abgaben aus 1 T. 5 Schil. 3 Pf. Dienstgeld, 2 T. 6 Schil. Maigeld, 4 Schil. 3 Pf. Herbstschatz, 2 Hühnern und einem wöchentlichen Spanndienst. Auf dem Hof war 1693 eine Magd beschäftigt. In der Leibzucht lebten 8 und im Backhaus 4 Personen.

1686, 1695, 1700 und 1708 erhielt Warning weitere Darlehn von mehr als 400 T. vom Kloster. Der Sterbfall der Trinken geb. uffer Heide aus dem Jahre 1695 verzeichnet folgendes Hofinventar: 4 Pferde, 5 Milchkühe, 6 Schmalrinder, 3 jährige Schweine, 5 Ferkel, 1 Mt. Roggen, 2 Mt. 6 Schef. besamtes Roggenland, 50 Stück Flachsgarn, 1 Kupferkessel von 2 Eimern Größe, 1 Messingkessel von 4 - 5 Kannen Größe, 5 Haufen Flachs, 3 zugemachte Betten, 2 Eisentöpfe, 2 Seiten Speck, 2 Pfannen, 1 Hal, 2 "Schweineschuncke", 2 Wagen, 1 Pflug und 1 Viertel gesäter Rübensamen.

Im gleichen Jahre 1695 ließ das Kloster für den Mühlenbau eine fruchtbare Eiche von 35 Fuß Größe an Warnings Esch fällen. Warning strengte daraufhin, auch im Namen der übrigen Eper Eigenbehörigen, einen Prozeß an.[5] Er stellte unter Beweis, daß seit Menschengedenken das Kloster auf seinem Erbe keine Eiche gefällt hatte. Im Gegenteil, die Äbtissin hatte vor zwei Jahren von ihm eine Eiche, wovon Latten geschnitten wurden, für 4 T. und im vorigen Jahr ein Stück Holz zum Mühlenbau für 1 1/2 T. gekauft und bar bezahlt. Doch das Kloster erwirkte zwei Befehle gegen Warning, die Abfuhr zu gestatten. Als der Klostervogt mit seinen Leuten anrückte, stellte sich Warning mit starker Hand, mit Gaffeln und Mistforken entgegen und fuhr den Baum auf seinen Hof. Auch der Bramscher Vogt konnte die Ablieferung des Stammes nicht durchsetzen. Im Prozeß wurde der Stamm dem Kloster zugesprochen und Warning erhielt eine Brüchtenstrafe, die er auch 1696 bezahlte. Da nun alles geklärt schien, ließ das Kloster den Stamm einige Zeit liegen. Als man ihn im Laufe des Jahres 1696 abholen wollte, sträubte sich Warning erneut. Daraufhin ließ man ihn ins Gefängnis des Vördener Amtshauses bringen, wo er so lange saß, bis der Stamm abgefahren und verarbeitet war.

1697 gab es erneut Ärger mit dem Kloster wegen eines von Warning an einen Bramscher Tischler verkauften Baumes.[6] Als das Kloster einen Teil des Baumes von Bramsche holte, fing Warning den Wagen bei seinem Hof ab. Während die Klosterleute wegliefen, brachte er das Holz auf seinen Hof und ließ den Wagen an der Straße stehen. Zwei Tage später rückte der Bramscher Vogt mit 20 Mann, unter ihnen auch Schützen, und dem Klostervogt auf den Hof Warning. Offenbar hatte Warning das Haus verbarrikadiert und - obwohl der Vogt das Tor mit einer Axt einschlagen ließ, - weigerte sich Warning, den Stamm herauszugeben. Er fluchte und schimpfte, sollten sie näher kommen, würde er sie niedermachen und nannte die Domina eine Bauernschinderin. Daraufhin zogen sie ab und holten die restlichen Stücke des Baumes vom Tischler ab. Auf dem folgenden Brüchtengericht wurde Warning bestraft und erneut mit Haft bedroht, falls er nicht zahlen würde.

1698 war bei Warning eine kleine Eiche umgeweht. Möglicherweise aus schlechter Erfahrung mit Warning, überließ man sie ihm unter der Bedingung, daß das Kloster binnen kurzer Zeit drei schöne Eichen bei Warning fällen könne.[7] Obwohl dem Kloster juristisch die Bäume bei den Eigenbehörigen gehörten, wie auch aus den Prozessen zu ersehen ist, so bittet es hier förmlich um die Erlaubnis. Es scheint, daß man gerichtliche Auseinandersetzungen möglichst vermeiden wollte.

1708 heiratete der Erbe Johan Herman Henrich Warning Marike Schütte. Sechs Jahre später heiratete er in zweiter Ehe Alheid Schulten aus Langwede im Kirchspiel Dinklage. Der Brautschatz bestand aus 400 T., 3 Pferden, 3 Kühen, 6 Schmalrindern und 6 Schweinen. Der Bruder Bernd Warning heiratete 1813 Margarethe Hülsmann aus Rieste und übernahm auf Wunsch des kinderlosen Vetters den Hof Herm Stapelberg in Hesepe.[8] Die Vermessung von 1723 verzeichnet für den Hof Warning 13 Mt. 6 Schef. und 28 Qr. Außer den Steuern bestanden damals die staatlichen Abgaben aus 1 T. 5 Schil. 3 Pf. Wagendienstgeld, 4 T. Spanndienstgeld, 4 Schil. 8 Pf. Herbstschatz, 2 T. 6 Schil. Maigeld und 2 Hühnern.

Am 27. Februar 1737 erschienen Johan Herman Henrich Warning und seine Frau Alheid bei der Äbtissin von Schade und baten um Zustimmung, daß die Anerbin Elsabein sich mit einem Mann verloben könne der "ein gut Stück Geldes" und die Fähigkeit hätte, den Hof aus den hohen Schulden zu führen. Er selbst sei zu schwach und sein Bruder zu alt, um diese Arbeit zu bewältigen, und ein guter Knecht sei in dieser Zeit nicht ohne große Kosten zu haben. Unter einigen Bedingungen stimmte die Äbtissin zu und verfügte, daß die Mahljahre im Oktober 1744 enden sollten. Elsabein verlobte sich daraufhin mit Johan Henrich Temmelen (Temmelmann), der versprach, 500 T. an das Erbe zu bringen. Zur Ehe kam es aber nicht, da der Bräutigam noch vor der Trauung starb. Elsabein trat den Hof trotzdem an und scheint ihn unter dem Beistande ihres ältesten Halbbruders bewirtschaftet zu haben. Ihre Halbschwester Anne Gertrud Warning trat ins Kloster Malgarten ein und wurde Laienschwester.[9]

Als 1763 Elsabein Warning ohne Leibeserben starb, fiel der Hof an das Kloster zurück. Die Äbtissin setzte nun den ältesten Halbbruder Johan Henrich Warning als Nachfolger ein. Dieser heiratete 1763 die katholische Grete Maria Sube aus Rieste. Der Brautschatz bestand aus 350 T., 3 Pferden, 3 Kühen und 3 Schweinen. Seit dieser Zeit ist die Familie Warning katholisch. Der Hof beschäftigte 1772 zwei Knechte und zwei Mägde. In der Leibzucht lebte eine und im Beihaus zwei Familien. Die Größe des Hofes betrug 1785 18 Mt. 5 Schef. und 31 Qr.

1797 heiratete der Hoferbe Anton Bernard Warning Catharina Maria Stallmann aus Drantum. Der Vollerbenhof Stallmann gehörte ebenfalls dem Kloster Malgarten. Wahrscheinlich hat man sich bei den jährlich zu leistenden Zehntfuhren in Drantum kennengelernt. Die Mitgift bestand aus 400 T., 1 Pferd und 4 Kühen. Den Frostschaden von 1804 bezifferte Warning mit 2 Mt. 6 Schef. Roggen, 9 Schef. Gerste, 1 Mt. Hafer und 2 Schef. Buchweizen. Er erhielt einen Pachtnachlaß von 8 Schef. Roggen und 6 Schef. Hafer. Auch im Jahre 1806 wurde ein Teil der Ernte durch Frost vernichtet. Sämtlicher Buchweizen war verfroren. Das Korn war notreif und erbrachte nicht einmal die Einsaat und das Brotkorn. Warning konnte, obwohl er noch 3 Schef. Roggen umgesät hatte, nichts ernten. Er gab die gleiche Schadenshöhe wie 1804 an und erhielt 1807 einen Pachtnachlaß von 1 Mt. 6 Schef. Roggen.[10] Die Wirtschaftlichkeitsberechnung von 1823 verzeichnet für Warning einen Jahresertrag von 211 T. 15 Schil. und 6 30/54 Pf. Die Abgaben betrugen 103 T. 15 Schil. und 4 2/5 Pf. Somit errechnete sich ein jährlicher Überschuß von 108 T. und 2 1/5 Pf. Außer den Steuern bestanden damals die staatlichen Abgaben aus 7 T. 7 Schil. 2 2/5 Pf. Kavallerieverpflegungsgeld, 4 T. 15 Schil. 11 Pf. Neujahrsgeld, Maigeld, Herbstschatz und Heugeld und einem wöchentlichen Spanndienst mit zwei Pferden. Die Markenteilung vergrößerte den Hof 1833 um 20 ha 1 Mg. und 3 Qr.

Nach den Ablösungsgesetzen von 1833 konnte sich der Hof nach und nach von den Abgaben und Diensten freikaufen.[11] Im Jahre 1834 erfolgte die Ablösung der ungewissen Gefälle (Leibeigenschaft) mit 250 T. und 1848 die Ablösung der gutsherrlichen Korngefälle (Pacht) mit 899 T. 16 gGr. 2 Pf. 1875 konnte das Richterkorn mit 6 T. 10 Sgr. 6 Pf. und 1907 die Kirchenpflicht mit 61,96 M. abgelöst werden.

Nachdem der Erbe Johann Ferdinand Warning schon 1838 unverheiratet starb[12], trat sein Bruder Johann Hermann Warning das Erbe an. Er heiratete 1841 Margaretha Maria Gertrud Buhrlage aus Rieste. 1876 verfügte der Hof über 25 Parzellen Land mit einer Größe von 45,0783 ha. 1884 heiratete der Erbe Hermann Ferdinand Warning Bernadine Elisabeth Stockhove aus Rieste. Um diese Zeit waren noch 15,1385 ha Land aus der Markenteilung unkultiviert und die Schulden des Hofes betrugen 18.950 M.[13] 1895 wurde die Größe des Hofes mit 45,2183 ha und 1901 mit 46,6295 ha angegeben.

Als 1898 Hermann Ferdinand Warning starb, hinterließ er seine Frau mit vier unmündigen Kindern. Weil sie allein den Hof nicht bewirtschaften konnte, wurde er verpachtet. Erster Pächter war offenbar die bisherige Heuerfamilie Johann Heinrich Tackenberg aus Pente und bis 1911 war die Familie Hinternesch, gebürtig aus Rieste, Pächter des Hofes.[14] Als dieser in Pente eine Kötterei erwarb und dort hinzog, übernahm die Familie Richter, gebürtig ebenfalls aus Rieste, die Pacht des Hofes Warning bis 1921.[15] Während die Witwe Warning mit den Kindern weiterhin auf dem Hof lebte, wohnte der jeweilige Pächter über einem Halbkeller in der Scheune, dem sog. Söller.

Nachdem der Sohn Hermann Ferdinand Anton Warning auf den Hof verzichtet hatte und somit sein Bruder Franz Georg Warning das Erbe antreten sollte, wurde dieser zum Kriegsdienst einberufen und so schwer verwundet, daß er diese Aufgabe nicht mehr erfüllen konnte. Somit trat seine Schwester Elisabeth Antonia Warning das Erbe an. Sie heiratete 1921 Josef Kuhlmann aus Dümmerlohhausen. Seitdem nennt sich der Hof Kuhlmann-Warning. Josef Kuhlmann-Warning war ein sehr engagierter Mann. Er war in der ersten Legislaturperiode nach dem Krieg im Kreistag, lange im Gemeinderat, 30 Jahre im Kirchenvorstand, seit Gründung des Landwirtschaftlichen Berufsverbandes Mitglied des Beirates im Kreisvorstand, Vorsitzender der Stierhaltergenossenschaft Epe-Strohe, Gründungsmitglied[16] und 2. Vorsitzender der Molkereigenossenschaft Bramsche sowie Verbindungsmann zwischen Molkerei und Milchviehkontrollring[17] sowie 20 Jahre im Vorstand des Wasser- und Bodenverbandes Ahrens- und Wittenfeld[18].

Für die Einrichtung des Kreismuseums Bersenbrück schenkte Warning 1925 ein altes Pulverhorn.[19] Als größter katholischer Bauer in Epe unterstützte die Familie Kuhlmann-Warning besonders die Malgartener Kirchengemeinde. 1931 stifteten die Geschwister Warning der Kirche zu Malgarten ein vergoldetes Kreuz, das noch heute über dem Tabernakel auf dem Hochaltar steht und 1936 stiftete die Familie eine neue Bronzeglocke. Die Josephsglocke, die bis 1951 im Kirchturm hing, trug die Inschrift: "Sancte Joseph, in tuum honorim familia Kuhlmann-Warning hane campanam donavit, ora pronobis! Malgarten A.D. 1936" (zu deutsch: Hl. Joseph, zu deiner Ehre schenkte die Familie Kuhlmann-Warning diese Glocke, bitte für uns! Malgarten im Jahre des Herrn 1936). 1933 hatte der Hof eine Größe von 41,6792 ha. Ein Brand vernichtete 1935 die Hofscheune, während ein kleiner Brand auf dem Dachboden des Schweinestalls 1936 von den Nachbarn und der Feuerwehr schnell gelöscht werden konnte[20]. Im Jahre 1938 starb ein Pferd auf dem Hof Kuhlmann-Warning. Dies wäre sicher keine Meldung wert, wenn es sich nicht um ein Kriegspferd aus dem 1. Weltkrieg gehandelt hätte. Warning zog mit diesem Pferd im Juni 1915 mit dem Reserve-Feldartillerie-Regiment 14 in den Krieg. Beide überstanden ihn und blieben auch in Zukunft zusammen. Warning erwarb nach Kriegsende die münsterländer Stute.[21]

Nach dem 2. Weltkrieg nahm der Hof die Flüchtlingsfamilien Nentwich, Alter und Lück sowie die Frauen Bruno, Koste und Bernhard auf. Nach Umbau und Erweiterung des Erbwohnhauses 1951 legte man zwischen Wohnhaus und Straße einen Garten an. Beiderseits des mit Buchsbaum begrenzten Weges, der von der Straße in gerader Linie auf die neue Eingangstür verlief, standen zahlreiche Obstbäume. 1953 stand die beste Milchkuh des Milchviehkontrollrings Bramsche auf dem Hof Kuhlmann-Warning. Ihre Milchleistung betrug 8279 kg und hatte einen Fettanteil von 3,84 %.[22]

Der Erbe Josef Kuhlmann-Warning heiratete 1955 Ursula Kotte aus Epe. Deren Sohn und Erbe Martin Kuhlmann-Warning heiratete 1992 Annegret Höge aus Holsten bei Ankum. Sie bewirtschaften ein Teil der Ländereien des Hofes Höge von Epe aus, während die Tiere hier stehen.


Gebäude und Bewohner: Aus der Karte von 1785 ist ersichtlich, daß das damalige Erbwohnhaus weiter südlich, mit dem Giebel zur Straße stand. Das jetzige Bauernhaus des Hofes Warning, eines der Schönsten in ganz Epe, entstand in seiner heutigen Form durch Umbau des alten 1820 errichteten Erbwohnhauses im Jahre 1951. Die Spruchbalken des alten Hauses wurden wieder eingebaut und ein weiterer Seitengiebel errichtet. Bei diesen Umbaumaßnahmen entdeckte man, daß das Fundament unter dem Kamin aus mit Zement eingeschlemmten Sandsteinbögen bestand. Man darf annehmen, daß diese Bögen von den Umbauten des Klosters zum Amtssitz im Jahre 1819/20 stammen. Die Inschrift der Dielentoreinfahrt lautet: "Anton Berndt Warning Catarina Maria Warnings gebohrne Stallmans Zu Drantum Ano 1820 den 8. Juny Mr. D. Schmidt". Der unterste Giebelbalken im Vordergiebel trägt den Spruch: "Dis Hauß in dieser Eitelkeit dient Hier nur eine Kurtze Zeit Darum Gedenck aufs Hauß daß Ewig ist Weil du in diesen Hause bist". Über dem Giebelbalken befindet sich eine Sandsteintafel mit einem Relief des früheren Gebäudes und der Inschrift "Warnings Colonat". Der oberste Giebelbalken des nördlichen Giebels trägt den Spruch: "Lobe stets den weisen Meister, der dein Wesen besser kennt!" Im mittleren Giebelbalken ist zu lesen: "Schütze diesen Hof und Haus, Segne mich, Herr und die Meinen! Wenn wir gehen ein und aus, Zähle uns HERR, zu den Deinen!". Der unterste Giebelbalkenspruch lautet: "Auf GOTT und Glück Hoff ich all Augenblick; Wer auf den HERRN vertraut Und geht auf seinen Wegen, Der hat das beste Glück Und auch des HERRGOTTS Segen". Im Türsturz des Seitengiebels heißt es: "JOSEF KUHLMANN-WARNING U. SOHN JOSEF ELISABETH KUHLMANN GEB. WARNING ERBAUT 1951"; im obersten Giebelbalken: "Likut, Likan Dat is de Mann!"; im mittleren Giebelbalken: "Use Lüe, use Hus, use Veeh, use Land, Nimm Hergott in Diene starke Hand" und im untersten Giebelbalken: "Well in dütt Hus will flaöken, Un raöklaus unrech daohn, De häff hier nicks to saöken, Un kann män wieder gaohn". Die beiden Kaminsteinplatten stammen aus dem Jahre 1815. Die Inschrift lautet: "A.B.W.N. C.M.W.N. GB. S.M. 1815" (A(nton) B(ernard) W(ar)N(ing) C(atharina) M(aria) W(ar)N(ing) G(e)B(orene) S(tall)M(ann) 1815). 1833 entstand eine Wagenremise. Ein Teil des Inschriftenbalkens befindet sich heute im Flur des Hauses. Die vollständige Inschrift lautete: "Johann Theodor Hermann und Ferdinand Warning Anno 1833 am 25. Merz(?) Meist. H. Kotte". Der kleine Stall hinter dieser Scheune trägt im östlichen Giebel eine kleine Sandsteinplatte mit einer Sonnenuhr und der Jahreszahl "1807". 1895 sind zwei Scheunen und zwei Schweineställe verzeichnet, 1903 entstand ein neuer Schuppen mit Stall und 1993 ein großer Viehstall.

Leibzucht, Gastwirtschaft Robker, Malgartener Str.115: Nach der Karte von 1785 standen zwei Gebäude außerhalb des Hofraumes auf Warningschen Gründen. Es ist anzunehmen, daß die erstmals 1601 genannte Leibzucht an der Stelle des 1822 neu errichteten Gebäudes stand. Die Inschrift der Dielentoreinfahrt lautet: "Anton Bernard Warning Catharina Maria Warning gebohrne Stallmann den 17ten April 1822 MDS". Die beiden kleinen Winkelstücke im oberen Dielentor tragen die Inschrift "Anno 1722" und stammen offenbar aus dem vorigen Leibzuchthaus. Im Giebelbalken ist zu lesen: "Glorie, Friede und Ehre wird der Antheil eines jeden Menschen seyn der Gutes thut Röm 2ten Cap. 10 V.". Weiter siehe Hof Schulte. Bewohner: Familien: Hermann Henrich Kottmann, Witwer der Anna Margarethe geb. Beckermann, und seine zweite Frau Catharina Margarethe geb. Strohschneider (1772, 1776); Johann Gerd Kottmann und Anna Elsabein geb. Warning (1776); Johann Heinrich Schwalenberg und Anna Maria Bernadiene geb. Nieporte (1815 - 1832); Franz Heinrich Wallenhorst und Anna Maria geb. Schulte (1826); Johann Bernd Schwalenberg und Maria Agnes geb. Langemeyer aus Wallenhorst (1827 - 1834); Franz Heinrich Schwalenberg aus Wallenhorst und Margarethe Maria geb. Schulte (1828 - 1841); Johann Theodor Warning und Maria Adelheid geb. Schulte (1833 Heuerling, 1838 Erbpächter und seit 1929 sind die Nachkommen Besitzer des Hauses).

Neue Leibzucht, nicht mehr vorhanden: Nach Verpachtung der Leibzucht an den Bruder des Hoferben, errichtete man im Jahre 1830 eine neue Leibzucht in der Wiese gegenüber dem Hof Frankamp. Sie stand hier bis nach 1884. Bewohner: Siehe Leibzucht.

Beihaus, nicht mehr vorhanden: Dieses erstmals 1772 genannte Gebäude stand rechts der Hofzufahrt an der Straße Epe - Malgarten, wie die Karte von 1785 belegt. Zu dieser Zeit verlief die Zufahrt weiter südlich. Die Karte von 1835/51 verzeichnet es nicht mehr. Bewohner: Familien: Gerd Meyer (1772); Ernst Joseph Roswinckel und Anna Sophia Bernhardine geb. Kuhlmann (1772, 1776).

Backhaus, nicht mehr vorhanden: Das erstmals 1693 genannte und bewohnte Backhaus stand wahrscheinlich auf dem Hof und soll eine Sandsteintafel getragen haben, die sich heute im Flur des Wohnhauses befindet. Die Inschrift lautet: "An gottes Segen, iest alles Angelegen miet namen Colo = Johann Hermann Warning, in Epe, und die Efrau Anna Maria, gertruta Warning, geb. Burlage, aus Rieste 1843, Juni Kaaske". 1895 war kein Backhaus mehr vorhanden. Bewohner: unbekannt

Wohnung in der Scheune, nicht mehr vorhanden: Möglicherweise ersetzte die 1858 erbaute Scheune, die ja über den sog. Söller verfügte, das alte Beihaus des Hofes. Sie brannte 1935 ab und wurde danach wieder aufgebaut. Eine Steintafel trägt die Inschrift: "Gott schütze dieses Gebäude vor Unglück u. Feuergefahr. Erbaut im Jahre 1858 von Hermann Ferd. Warning u. Ehefrau Gertrud geborene gr. Burlage. Abgebrannt am 15. Januar 1935. Neu aufgebaut im April 1935 von Jos. Kuhlmann-Warning u. Ehefrau + Elisabeth geborene Warning". Heute besteht an Stelle der Wohnung ein Kornboden. Bewohner: Familien: Lehrer Goswin Klene (1884 - 1886); Pächter Hinternesch aus Rieste (1898 - 1911); Pächter Richter aus Rieste (1911 - 1921); Flüchtlingsfamilien Nentwich, Alter und Lück sowie die Frauen Bruno, Koste und Bernhard (1946).

Heuerhaus, Am Zuschlag 9: Nach 1884 brach man das Leibzuchthaus gegenüber dem Hof Frankamp ab, erwarb ein weiteres Haus und errichtete aus diesen beiden Teilen ein neues Doppelheuerhaus hinter dem Hof Möllmann-Warning, am Weg zum Uthof. Die Inschrift in der Dielentoreinfahrt des östlichen Giebels lautete: "Johann Diederich Warning und Johann Hermann auch Johann Ferdinand und Maria Elisabeth Warning Mstr. D. Schmit Den 24ten April 1830". Der unterste Giebelbalken trug die Inschrift: "Dieser Bau ward unternommen von drey Brüder und einer Schwester nun laß ins Haus dein Segen kommen Gott du Allmächtigster". Die Inschrift des westlichen Giebels war stark verwittert und nur noch bruchstückhaft zu entziffern. Zu lesen war noch der Name "...Bernadina Warning geb...". Hiermit ist die 1884 auf den Hof heiratende Bernadine Elisabeth Stockhove gemeint. Nachdem das Haus einige Jahre leer stand, brannte es am 6. November 1987 gegen 23 Uhr nieder. 1990 gab man das restliche Fachwerk an das zur Zeit entstehende Industriemuseum in Bramsche ab. Es soll dort verbaut werden. Auf dem alten Hausplatz entstand 1991/92 ein neues Haus mit zwei Wohnungen. Bewohner: Familien: Johann Heinrich Tackenberg aus Pente und Anna Friedrike geb. Schwalenberg (1882 - 1909); Josef Nieporte (1885); Hermann Heinrich Anton Rövekamp aus Rieste und Luise geb. Tackenberg (1885 - 1934); Schwalenberg (1898); Franz Heinrich Rövekamp und Maria Catharina geb. Korte (1925 - 1960); Josef Schwalenberg und Toni geb. Wessendorf (1960, 1987); Ingo Kreutzmann (seit 1992); Heinz-Ulrich Kupke (seit 1992).


Weitere Heuerleute: Familien: Johann Josef Grimme und Anna Maria geb. Staarmann aus Alfhausen (1829, 1834); Gerhard Heinrich Rövekamp und Catharina Maria geb. Quebbemann (1829); Witwe Schulte (1835, 1836); Johann Heinrich Möller aus Alfhausen und Maria Elisabeth Theresia geb. Schwalenberg (1846); Johann Theodor Gerhard Schwalenberg und Maria Agnes geb. Schwalenberg aus Wallenhorst (1851, 1853); Johann Bernd Heinrich Schwalenberg und Anna Maria geb. Remme aus Wallenhorst (1856 - 1860); H. Bollmann (1864, 1876).


Darstellung und Quellen der Hofgeschichten sind auf Seite Epe (Bramsche)/Höfe - Darstellung und Quellen erläutert.


Ein Verzeichnis der verwendeten Abkürzungen befindet sich hier.


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  1. Totenbuch des Klosters, KaM
  2. Totenbuch des Klosters, KaM
  3. StAO Rep.550 I Nr.631a
  4. StAO Rep.556 Nr.2041
  5. StAO Rep.903 Nr.2972
  6. StAO Rep.903 Nr.2979
  7. StAO Rep.100 Absch.338d Nr.21
  8. Ed. zur Horst, Das Dorfbuch von Epe
  9. StAO Rep.556 Nr.2041
  10. StAO Rep.550 I Nr.142
  11. StAO Rep.556 Nr.2278
  12. Hofakten Robker
  13. KaM
  14. BN 24.6.1911
  15. BN 31.5./14.7./30.8.1921
  16. BN 10.5.1963
  17. BN 10.12.1951/16.3.1953/10.11.1954/19.6.1956
  18. BN 6.5.1957
  19. BN 27.6.1925
  20. BN 25.1.1936
  21. BN 29.1.1938
  22. BN 16.3.1953