Juckstein
Hierarchie
Regional > Russische Föderation > Kaliningrader Oblast >Juckstein
Regional > Historisches Territorium > Deutschland 1871-1918 > Königreich Preußen > Ostpreußen > Kreis Ragnit > Juckstein
Einleitung
Juckstein, Kreis Ragnit, Ostpreußen
Name
Andere Namen und Schreibweisen
Allgemeine Informationen
- Juckstein liegt im prußischen Stammesgebiet Nadrauen an der Szeszuppe (Ostfluss).
- Lt. Ortregister Lange[3]:
Politische Einteilung/Zugehörigkeit.
- Juckstein gehörte bis zum 1. Juli 1922 zum Kreis Ragnit
- Juckstein gehörte von 1922 bis 1945 zum Kreis Tilsit-Ragnit
- Juckstein gehört seit 1946 zum neugebildeten Kreis Lasdehnen (Rajon Krasnosnamensk / Краснознаменск, 1938 - 1945 Haselberg)
- Ackmenischken (Juckstein) war ab 1938 ein Ortsteil von Juckstein [4]
Kirchliche Zugehörigkeit
Evangelische Kirche
Juckstein gehörte seit etwa 1895 zum Kirchspiel Groß Lenkeningken
Geschichte
Juckstein und der zugehörige Ortsteil Ackmenischken (Juckstein) lagen an der Szeszuppe (ab 1938 Ostfluß, litauisch: Šešupė, russ. Шешупе) und an der Chaussee, die von Tilsit über Ragnit, Ober-Eißeln und Lobellen nach Lasdehnen (ab 1938 Haselberg) führte. Das Gebiet ist jahrhundertealter Siedlungsboden. Ursprünglich war Juckstein wohl wie Lenken eine königliche Domäne gewesen, und kam vor Generationenen in den Besitz der Herren von der Groeben. Zu diesem landwirtschaftlichen Großbetrieb gehörte auch das nahegelegene Vorwerk Ackmenischken (litauisch: Akmeniškiai) und seit 1907 auch eine Ziegelei. Das Gut Juckstein hat auch eine Schnapsbrennerei unterhalten. Gut und Vorwerk dürften zusammen etwa 150 Einwohner gezählt haben. Juckstein gehörte seit etwa 1895 zum Kirchspiel Groß Lenkeningken (ab 1938 Großlenkenau). Gut und Vorwerk hatten eine eigene einklassige Schule, die sich in Ackmenischken (Juckstein) befand.
In der Gemarkung Ackmenischken (Juckstein) gab es neben dem Vorwerk von Adl. Gut Juckstein auf einem etwa 30 Morgen grossen, an der Szeszuppe gelegenen Gelände, ein Sägewerk. Eigentümer des Betriebs war ein Herr Skepeneit. Weil eine grosse Schnittholzlieferung nach Westdeutschland nicht bezahlt wurde, geriet das Unternehmen in den zwanziger Jahren in Konkurs. Die Maschinen wurden ausgebaut, und Herr Skepeneit verliess der Ort. Der Landwirt Georg Radtke kaufte in der Inflationszeit das Grundstück mit den Gebäuden, und die Radtke-Familie blieb bis zur Vertreibung da. Kurz vor Beginn des Rußlandfeldzuges wurde auf dem v. d. Groeben'schen Besitz der Militärflugplatz Lobellen errichtet. Deshalb war die Bevölkerung von Juckstein und Lobellen auch Luftangriffen ausgesetzt. Juckstein wurde wahrscheinlich am 20. Januar 1945 von den Russen besetzt. Schon 1946 wurde im Dorf eine Kolchose eingereichtet. In Ackmenischken (Juckstein) stehen keine Häuser mehr. In Juckstein gibt noch einige Altbauten. Vom Gut waren 1995 noch einige Wirtschaftsgebäude vorhanden. Das Gutshaus ist zerstört. Der Friedhof an der Szeszuppe ist verwüstet.
Text in Anlehnung an Ernst Hofer: "An Memelstrom und Ostfluß" Düsseldorf 1967
Zur Geschichte von Juckstein schreibt Jenny Kopp im Jahre 1913:
"1540 erwirbt Christoph von Manstein, Herr auf Popehnen (Juckstein war 1540 "Mingstimmen" geheißen, mingstas litauisch "reich") und Garbeningken, Juckstein mit Mikehnen. Gemahlin war Ursula von Hundertmark. Er wird am 1. Juli 1584 von einem seiner Untertanen auf dem Felde erschossen. Seine Witwe vertauscht 1591 "Trappen", doch wohl Trappönen, mit Mixteiten und Juxteiten (davon die Benennung Juckstein?). Johann von Manstein (Anm: Sohn?) starb 1630, hatte die Aufsicht über die Ragnitsche Wildnis. 1631 gehören zu Juckstein zwölf Hufen zu magdeburgischem Recht, 9 Hufen 20 Morgen zu kulmischem Recht und ein Krug mit 4 Hufen an der Landstrasse.
Die Tochter Margarete war vermählt mit Hans von Dieben, es ist dies der Besitzer von Tussainen; derselbe verkaufte 1622 Petraschen bei Tracken. 1640 Georg von Manstein, Amtshauptmann zu Ragnit. 1680 starb Christoph von Manstein. Ihm folgt ein Sebastian Ernst, Herr auf Kaukern, der Juckstein pachtete. Er klagt über großen Ungehorsam der Bauern, die ihn sogar hängen wollten. (!!) Die Aufwiegler wurden zu zweijähriger Haft nach Memel transportiert.
Friedrich Wilhelm von Manstein, geb. 1663, gest. 1741, besitzt Juckstein mit Neusorge, Akmenischken und Giwerlauken, später Breitenstein und Warkau. Vermählt: 1. mit Anna von Gaudecker aus Laserkeim, 2. mit Barbara Louisa von Pröck, 3. mit (1710) Katarina von Geßler, des Obersten von Geßler auf Schwägerau Tochter; ihr Bruder ist der berühmte Generalfeldmarschall von Geßler, geb. 1688, gest. 1762 zu Brieg, wo sich sein marmornes Epitaph befindet.
Am 18. Dezember 1732 vertauscht von Manstein die Begüterung Juckstein gegen Groß-Warkau und 25000 Florin. Sein Sohn erwarb es vom Major Johann von Bronikowski 1743 zurück. - Georg Christoph von Manstein, geb. 1701, gest. 1750, königlisch preußischer Major; er bittet den König, ihm das bisherige, schon 1512 in seiner Familie befindliche Lehn Kleinsorge, erblich zu geben; ebenso bittet er, daß Juckstein, welches sein Vater 1732 an den Major von Bronikowski veräußert, ihm zugesprochen werden möge. Am 8. Mai 1743 schließt er sodann mit dem Fürsten Czartorgiski, Kanzler von Litauen, -er läßt sich durch einen Herrn von Niewstroy vertreten- einen Kaufkontrakt und erwirbt Juckstein für 20000 Florin.
Am 7. Juli 1749 verkauft er wiederum die Jucksteinschen Güter für 25000 Florin an den polnischen Starosten georg von Konarski; der Umstand, daß seine Kinder gestorben waren, mag von Manstein wohl veranlaßt haben, diesen Besitz, der seit sechs Generationen in seiner Familie war, zu veräußern.
1777 besitzt Catarina Gertrud de Bialosar Juckstein im Werte von 8500 Talern. 1808 ist Rittmeister von Peterson (aus dänischem Adelsgeschlecht) Besitzer von Juckstein, der es von der Witwe des Starosten von Biallosar erworben hatte; es gehörte eine Roßmühle und Ziegelscheune dazu, das Dorf Mikehnen mit 14 Feuerstellen, das Chatoulgut Neusorge mit einer Feuerstelle, Dorf Akmenischken mit 6 Feuerstellen. Peterson war wohl durch schlechte Vermögenslage zu diesem Verkauf gezwungen, denn am 19. März 1829 fand ein Termin zum Verkauf abgepfändeter Gegenstände, als Vieh und Pferde sowie Hausgeräte, in Juckstein statt. Darunter befanden sich verschiedene Pretiosen.
1829 kauft Oberst von Wayski von Karl von Peterson. 1837-1890 Polent. 1908 von Sperber-Grauden, Von 1909 von der Gröben. [5]
Verschiedenes
Karten
Internetlinks
Fotoalbum Juckstein von Bernhard Waldmann
Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis
| GOV-Kennung | JUCEI1KO14CX | ||||
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| externe Kennung |
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TK25: 1099 |
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| Übergeordnete Objekte |
Timofeewskij Dorfsowjet, Тимофеевский сельский Совет (1993) ( Dorfrat) Quelle Groß-Lenkeningken (1907) ( Kirchspiel) Quelle S.260/261 Wischwill, Viešvilė (1907) ( Pfarrei) Quelle S.260/261 Juckstein, Adlig Juckstein (- 1945) ( GutsbezirkLandgemeindeGemeinde) Quelle Quelle |
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| Untergeordnete Objekte |
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Einzelnachweise
- ↑ Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
- ↑ E. Weber, Ortsnamenverzeichnis Gebiet Kaliningrad (Nördliches Ostpreußen). Deutsch-Russisch. Russisch-Deutsch. Verlag "Nachtigall" Kaliningrad/Königsberg 1993
- ↑ Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
- ↑ Peteraitis, Vilius: Mažosios Lietuvos ir Tvankstos Vietovardžiai, Ju kilme ir reikšme, Vilnius 1997, S.47
- ↑ Kopp, Jenny: Beiträge zur Chronik des ostpreussischen Grundbesitzes, 1913