Gelsterburg

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Gelsterburg

Text auf der Info-Tafel vor dem Eingang zur Gelsterburg

Von der Gelsterburg ist trotz ihrer Größe wenig bekannt. 1265 wird Ritter Walter von Hundelshausen als möglicher Burgherr genannt, da die Burg unweit vom Ort Hundelshausen liegt und sie Stammsitz der Familie gewesen sein soll.

Aufgrund ihrer Bauform und ihrer Anordnung kann aber davon ausgegangen werden, dass sie bereits um 1050, also zur Zeit Otto I. (Otto des Großen) errichtet wurde. Sie bestand etwa 400 Jahre und dürfte in der Mitte des 15. Jh. verfallen sein.

Nach anderer Ansicht wurde die Burg etwa in der zweiten Hälfte des 11. Jh. Von dem Grafen von Bilstein zum Schutz einer alten Salzstraße erbaut, verlor dann nach dem Übergang der Bilsteiner Herrschaft an die Landgrafen von Hessen ihre Bedeutung und verfiel.

Außerdem geht die Sage um, dass Raubritter Turbo (Trubenhausen soll davon abgeleitet sein) hier sein Domizil hatte und in der Burg ein- und ausging, wie es ihm beliebte. Er wurde nicht gefasst, weil seinem Pferd die Hufeisen verkehrt aufgeschlagen waren. Die Burg wurde später belagert. Als er nicht mehr Ein noch Aus wusste, ging seine Gattin zu den Belagerern und bat um Gnade. Sie dürfte gehen und ihr liebstes mitnehmen, wurde ihr gestattet. Flink nähte sie einen grßen Sack, steckte ihren Mann hinein, trug ihn fort und rastete erstmals gegenüber auf dem Feld, das noch heute „der Lebensrain“ genannt wird. [1]

Die Sage von der Belagerung der Gelsterburg

Über der bei Witzenhausen in die Werra mündenden Gelster, unfern von dem Dorfe Trubenhausen, lag ehemals auf einem steilen Hügel die Gelsterburg, von welcher jetzt nichts mehr übrig ist, als der Wall und der Graben. Diese Burg wurde einst belagert; aber weder mit den Waffen noch durch die engste Umschließung war man im Stande, sie zu bezwingen. Ein geheimer Gang führte aus der Burg ins Freie hinab; durch diesen ritt der Burgherr ein und aus wann er wollte und er brauchte dabei nur die Vorsicht, seinem Pferde die Hufeisen verkehrt aufzulegen.

Doch endlich wurde der Gang entdeckt, und bald blieb den Belagerten nur noch die Wahl zwischen dem Hungertode und freiwilliger Unterwerfung. Da wagte es die schöne Hausfrau des Ritters, zu den Belagerern hinab zu gehen und um Gnade nur für sich zu bitten. Die Thränen des Weibes bewältigten des Feindes Herz, die Gnade ward ihr zugestanden und nun flehte sie noch um die Erlaubniß, so viel aus der Burg mitnehmen zu dürfen, als sie in der Schürze tragen könne. Auch das ward ihr gestattet.

Sofort eilte sie zur Burg zurück, nähete sich eine große Schürze, trug darin ihren Mann herab und rettete ihm dadurch Freiheit und Leben. Noch jetzt zeigt man dort in der Gegend einen Malstein, auf welchem sie mit ihrer schweren Bürde ausgeruht hat. [2]

  1. Schulleiter Theodor Waldmann, Weißenbach, 1969
  2. Quelle: Karl Lyncker: Deutsche Sagen und Sitten in hessischen Gauen. Kassel 1854, S. 161-162