Untereisseln

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Handkolorierte Ansichtskarte von Unter Eisseln
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Ein Bauernhaus in Unter Eisseln, 2006

Hierarchie
Regional > Russische Föderation > Kaliningrader Oblast > Untereisseln
Regional > Historisches Territorium > Deutschland 1871-1918 > Königreich Preußen > Ostpreußen
> Kreis Ragnit > Untereisseln


Einleitung

Der Ort Unter Eißeln war das größte Dorf des Kirchspiels Groß Lenkeningken mit zuletzt über 800 Einwohnern. Unter Eisseln war ein bedeutender Fremdenverkehrsorte an der Memel. Auf der höchsten Erhebung des Dorfes, dem Pallentschkallnis unweit des Memelstromes, befand sich eine prußische Kultstätte und kündete von der vorordenszeitlichen Besiedlung dieser Gegend. Nordöstlich des Dorfes neben dem Weg nach Reisterbruch stieß man auf halbkugelförmige Hügel, die vielleicht Gräber aus dieser Zeit der frühesten Besiedlung enthielten.

Name

Untereisseln, 1785 Unter Eyssuln, Unter Eissuln, Unter Eisseln, Unter Eißeln,
russ. Bolschoe Selo (Большое Село), Kreis Ragnit, Ostpreußen
Der Name bezieht sich auf den langsamen Fluss der Memel.

  • baltisch "ais, eis, eiti" = gehen, die feierliche Gangart


Politische Einteilung

Kirchliche Zugehörigkeit

Untereisseln

Evangelische Kirche

Unter Eisseln gehörte bis 1896 zum Kirchspiel Ragnit, ab 1896 zum Kirchspiel Groß Lenkeningken

Kirchenbücher:

Sächsisches Staatsarchiv Leipzig:

Kirche Ragnit: Taufen 1757 - 1766; 1766 - 1777 Land; 1776 - 1784 Stadt; 1777 - 1814 Land; 1784 - 1800 Stadt; 1829 - 1830 Stadt. Heirat 1758 - 1766; 1767 - 1782 Land; 1771 - 1787 Stadt; 1782 - 1793 Land; 1787 - 1821 Stadt; 1793 - 1800 Land. Tote 1759 - 1766; 1766 - 1784 Land; 1766 - 1782 Stadt; 1784 - 1800 Land; 1782 - 1800 Stadt; 1809, 1819.

Kirche Jesu Christi:

Kirche Ragnit: Taufen, Heiraten, Tote 1757-1766 (r. & l. S.) Heiraten (Land) 1767-1782 (r. & l. S.) Taufen (Land) 1766-1777 (r. & l. S.) Film Nr. 1813805 Items 2-3, Tote (Land) 1766-1784 (r. & l. S.) Heiraten (Stadt) 1771-1787 (r. & l. S.) Taufen (Stadt) 1776-1784 (r. & l. S.) Tote (Stadt) 1766-1782 (r. & l. S.) Film Nr. 1813806, Heiraten (Land) 1782-1793 (r. & l. S.) Taufen (Land) 1777-1814 (r. & l. S.) , Film Nr. 1813807, Tote (Land) 1784-1800 (r. & l. S.) Heiraten (Stadt) 1787-1821 (r. & l. S.) Heiraten (Land) 1793-1800 (r. & l. S.) Tote (Stadt) 1782-1800, 1809, 1819 (r & l) Film Nr. 1813808, Taufen (Stadt) 1784-1800 (r. & l. S.) Taufen (Stadt) 1829-1830 (r. & l. S.) Film Nr. 1813809 Items 1-2

Kirche Groß Lenkeningken: Tauf-Index 1896-1944 Heirats-Index 1920-1944 Taufen, Heiraten 1896-1944 Konfirmationen 1920-1944 Film Nr. 71262, Toten-Index 1913-1944 Tote 1896-1944 Konfirmationen 1920-1944 Film Nr. 71263.


Katholische Kirchen

Riedelsberg - Wischwill

Kirchenbücher:

Kirche Jesu Christi:

Taufen 1863 (Dez.)-1940 Film Nr. 1687641 Item 3, Heiraten 1864-1940, Tote 1924-1928 Film Nr. 1687642 Items 1 - 2.

Standesamt

Standesamt Ober Eisseln, die Unterlagen gelten als verschollen,

später zum Standesamt Groß Lenkeningken, die Unterlagen gelten als verschollen.


Geschichte

Wann die ersten Bewohner im Gebiet von Unter Eisseln seßhaft wurden ist nicht feststellbar. Es soll schon lange vor der Ordenszeit gewesen sein. Deutsche Siedler kamen mit dem Orden. Eine Kultstätte der alten Pruzzen auf dem Pallentschkallnis unweit der Memel, der höchsten Erhebung des Dorfes zeugte davon. Die ersten Siedlungen waren wohl die Ortsteile Anmemel und Dorfmitte.
Die Zahl der Einwohner für das Jahr 1504 sind bekannt. Damals verkaufte der Komptur von Ragnit "den Eislern als mit Namen Jan Pagkmor, Martin Decunnsch, Talcut, Juckerpeter, Budrus, Jon Usup, Denickus und Andrusch Imckut, einen walt neben ihren Äckern für 23 Ochsen".

Die Ortsteile Weide und Trakas wurden erst zum größten Teil nach dem deutsch-französischen Krieg 1870/71 bebaut. Überfälle der Litauer, Kriege zwischen Schweden und Polen, der Tatareneinfall, der siebenjährige Krieg und die Pest 1709/10 forderten viel Menschenleben. Gegenüber der Wirtschaft Stelter lag ein Pestfriedhof. Nach der Pest siedelten sich viele Litauer an. 1732 kamen auch einige vertriebene Salzburger dazu. Während der Franzosenkriege 1807 und 1812/13 kamen die ersten Schiffer vom Niederrhein und blieben auch in Untereisseln.

Die Gesamtfläche des Dorfes betrug 1.359 ha.
Die Einwohnerzahl bei der letzten Volkszählung vor dem Ersten Weltkrieg betrug 1.053 Einwohner. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges sank die Einwohnerzahl um 20 %. Zwischen den beiden Kriegen entwickelte sich das Dorf, aufgrund seiner günstigen Lage am Memelstrom, seiner Heide (Putschienis), Jugendherberge und der Gastwirtschaften, zu einem der größten Fremdenverkehrsorte im nördlichen Ostpreußen.

Bewohner

Einwohner:

Berufe:


Verschiedenes

Karten

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Unter Eissuln in der Schroetterkarte (1796-1802) 1:50 000
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
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Unter Eisseln im Preußischen Urmesstischblatt 1861
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz


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Lageplan Untereisseln
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Unter Eisseln auf dem Messtischblatt von 1938


Zufallsfunde

Oft werden in Kirchenbüchern oder anderen Archivalien eines Ortes Personen gefunden, die nicht aus diesem Ort stammen. Diese Funde nennt man Zufallsfunde. Solche Funde sind für andere Familienforscher häufig die einzige Möglichkeit, über tote Punkte in der Forschung hinweg zu kommen. Auf der folgenden Seite können Sie Zufallsfunde zu diesem Ort eintragen oder finden.

Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

GOV-Kennung EISSE2KO15BA
Name
  • Unter Eißeln Quelle (${p.language})
  • Гросс Ленкашукен (- 1946) Quelle (${p.language})
  • Untereißeln (1938) Quelle Seite 233 (${p.language})
  • Большое Село (1946 -) Quelle (${p.language}) Quelle Seite 23 (${p.language})
Typ
Einwohner
Postleitzahl
  • RUS-238712 (1993)
w-Nummer
  • 50239
externe Kennung
  • geonames:573339
Karte
   

TK25: 0998

Zugehörigkeit
Übergeordnete Objekte

Ragnitzskij Rayon, Sowjetskij Rayon, Nemanskij Rayon, Neman, Рагнитский район, Советский район, Неманский район (1992) ( Rayon) Quelle

Unter Eißeln, Untereißeln (- 1945) ( LandgemeindeGemeinde) Quelle Quelle

Wischwill, Viešvilė (1907) ( Pfarrei) Quelle S.258/259

Groß-Lenkeningken (1907) ( Kirchspiel) Quelle S.258/259

Untergeordnete Objekte
Name Typ GOV-Kennung Zeitraum
Anmemel, Bolschoe Selo, Большое Село
         Wohnplatz
ANMMELKO15BA (- 1945)
Trakas, Abbau Untereißeln
         Wohnplatz
UNTELNKO15BA (- 1945)
Weide
         Wohnplatz
WEIIDEKO15BA (- 1945)