Hallenberg: Unterschied zwischen den Versionen
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==Früherwähnung== | |||
===Name=== | |||
„castrum Hallenberg" 1259; „Hallenberck" 1287; "Hallenberg" 1299, Halenbergh (1328), Hollnberg 1657). | |||
===Kirche=== | |||
,.ecclesia st. Nicholai et st. Katerine in Hallenberg. Coloniensis dioecesis" 1287. | |||
== | ===Familienname=== | ||
=== Wappen | Gerhard von Hallenberg 1299. | ||
==Landschaftslage== | |||
1954: Hallenberg liegt in 415 m Höhe an der Nulme (zur Eder) auf der „Halle", einem etwa 35 m hohen Terrassensporn zwischen Nulme und Weifebachmündung am Fuß steil aufstrebender waldiger Schiefergebirgsrandhöhen (Heidekopf 704 m) des östlichen Hochsauerlands (Rothaargebirges) an der Grenze gegen das Medebacher Hügelland (Teil der vorwiegend offenen Waldecker Hochflächen). In der Nähe das Naturschutzgebiet Nonnenwinkel. Kreuzberg über der Stadt 551 m hoch. | |||
==Ursprung der Ortschaft== | |||
Entstanden aus einer Streusiedlung um den vorn Kölner Erzbischof Heribert 1002 der neugegründeten [[Abtei Deutz]] geschenkten Haupthof an der Nuhne, Merklinghausen, die um 1150 dörflichen und angeblich 1231 städtischen Charakter besaß. Unter Erzbischof Konrad von Hochstaden (1238-61) wurde die ungeschützt im Tal liegende Siedlung um 1248 durch den [[Herzogtum Westfalen|Westfälischen Marschall]] Arnold von Hochstaden an die nahe Anhöhe, die „Halle" (vielleicht seit 1245 befestigt), unter den Schutz einer Burg verlegt: Hallenberg. Zerstört durch [[Grafschaft Waldeck|Graf Otto von Waldeck]] 1288, wieder aufgebaut und stark befestigt um 1300 von dem [[Herzogtum Westfalen|Westfälischen Marschall Johann von Plettenberg]]. | |||
==Stadtgründung== | |||
Stadtrechte 1338 bestätigt, ebenso 1354 das Rüthen-Briloner Recht. | |||
==Stadt als Siedlung== | |||
===Bauliche Entwicklung=== | |||
Planmäßige Anlage mit elliptischem Grundriß und gitterförmigem Straßennetz. Eine Hauptstraße, daran etwa rechteckig Markt und Kirchplatz in Stadtmitte. Von der Befestigung 1954 nur noch kleine Überreste vorhanden; außer der 1954 oberhalb der Pfarrkirche gelegenen Burg bestand sie aus Wallgraben, Ringmauer mit 7 Türmen (einer Ende 18. Jhdts. abgebrochen) und 2 Toren (1811 niedergelegt) und außerhalb der Stadt 4 [[Landwehr|Landwehren]] und einer „Wache". - Hallenberg war in 4 Bauerschaften (Quartale) eingeteilt: Burg, Rapphun, Eudeut, Eisernhut, die im Viehtrieb und Backwesen Selbstverwaltung hatten. Grundfläche 15 ha. Erstes Haus außerhalb des Mauerrings 1835. | |||
===Gebäude=== | |||
Rathaus 1424, abgebrochen 1829. Marienkapelle im alten Merklinghausen vor der Stadt: Chor um 1000, Anbau um 1120. Kath. Pfarrkirche der Heiligen Nikolaus und Katharina, seit Mitte 14. Jhdt. St. Heribert Anlage 13. Jhdt., abgebrannt 1519, auf alter Grundlage wiederaufgebaut Ende 16. Jhdt., Turm 1708. 14-Nothelfer-Kapelle 1722. Kapelle auf dem Kreuzberg 1725. Valentinuskapelle. Brunnen von 1756. Fachwerkhäuser des 18. Jhdt. | |||
===Brände=== | |||
Hallenberg wurde zerstört 1288; Stadtbrände nach 1400, 1519, 1883. | |||
==Bevölkerung== | |||
===Ältere Einwohnerzahl=== | |||
1482: 61, 1491: 64 Bürger. | |||
===Seuchen=== | |||
Pest 1480, 1540-42, 1724. | |||
===[[Bevölkerungsverzeichnisse]]=== | |||
* Kirchenbücher: kath. seit 1651 bzw. 1686. | |||
* Bürgerliste im Stadtbuch um 1670. | |||
==== Abschriften der Mormonen ==== | |||
* [[Hallenberg/Batchnummern]] | |||
====[[Staats- und Personenstandsarchiv Detmold]]==== | |||
* 1808-1874 (rk.) Geburten, Heiraten, Tote | |||
* 1826-1846 (Juden, Bürgermeisterei) Geburten, Heiraten, Tote | |||
===Jüngere Einwohnerzahlen=== | |||
1818: 1.371 Einwohner (E.), 1839: 1.520 E., 1843: 1.548 E. und 185 Häuser, 1858: 1.504 E., 1867: 1.262 E., 1871: 1.233 E., 1885: 1.221 E., 1895: 1.071 E., 1905: 1.133 E., 1910: 1.202 E., 1919: 1.303 E., 1925: 1.390 E., 1923: 1.547 E., 1939: 1.544 E., 1946: 2.472 E., 1950: 2.342 Einwohner. Im zweiten Drittel des 19. Jhdts. starke Auswanderung. | |||
==[[Sprache]]== | |||
Die [[Mundart]] von Hallenberg liegt unmittelbar nördlich der ich-Linie. Sie hat viele Eigenheiten beider Seiten, der [[niederdeutsch|niederdeutschen]]. und [[mitteldeutsch|mitteldeutschen]], in sich aufgenommen, gehört aber im ganzen schon zum [[mitteldeutsch|Mitteldeutschen]], enger zum nordhessischen Grenzraum Laasphe-Ziegenhain (mit das 'das', Brüder 'Bruder', Eis 'Eis', verkööfen 'verkaufen'). | |||
== Wappen == | |||
[[Bild:Wappen_Stadt_Hallenberg.png]] | [[Bild:Wappen_Stadt_Hallenberg.png]] | ||
Version vom 28. Januar 2009, 13:36 Uhr
Hierarchie
Regional > Bundesrepublik Deutschland > Nordrhein-Westfalen > Regierungsbezirk Arnsberg > Hochsauerlandkreis > Hallenberg
Datei:Lokal Hallenberg HSK.png Lokalisierung der Stadt Hallenberg innerhalb des Hochsauerlandkreises |
Früherwähnung
Name
„castrum Hallenberg" 1259; „Hallenberck" 1287; "Hallenberg" 1299, Halenbergh (1328), Hollnberg 1657).
Kirche
,.ecclesia st. Nicholai et st. Katerine in Hallenberg. Coloniensis dioecesis" 1287.
Familienname
Gerhard von Hallenberg 1299.
Landschaftslage
1954: Hallenberg liegt in 415 m Höhe an der Nulme (zur Eder) auf der „Halle", einem etwa 35 m hohen Terrassensporn zwischen Nulme und Weifebachmündung am Fuß steil aufstrebender waldiger Schiefergebirgsrandhöhen (Heidekopf 704 m) des östlichen Hochsauerlands (Rothaargebirges) an der Grenze gegen das Medebacher Hügelland (Teil der vorwiegend offenen Waldecker Hochflächen). In der Nähe das Naturschutzgebiet Nonnenwinkel. Kreuzberg über der Stadt 551 m hoch.
Ursprung der Ortschaft
Entstanden aus einer Streusiedlung um den vorn Kölner Erzbischof Heribert 1002 der neugegründeten Abtei Deutz geschenkten Haupthof an der Nuhne, Merklinghausen, die um 1150 dörflichen und angeblich 1231 städtischen Charakter besaß. Unter Erzbischof Konrad von Hochstaden (1238-61) wurde die ungeschützt im Tal liegende Siedlung um 1248 durch den Westfälischen Marschall Arnold von Hochstaden an die nahe Anhöhe, die „Halle" (vielleicht seit 1245 befestigt), unter den Schutz einer Burg verlegt: Hallenberg. Zerstört durch Graf Otto von Waldeck 1288, wieder aufgebaut und stark befestigt um 1300 von dem Westfälischen Marschall Johann von Plettenberg.
Stadtgründung
Stadtrechte 1338 bestätigt, ebenso 1354 das Rüthen-Briloner Recht.
Stadt als Siedlung
Bauliche Entwicklung
Planmäßige Anlage mit elliptischem Grundriß und gitterförmigem Straßennetz. Eine Hauptstraße, daran etwa rechteckig Markt und Kirchplatz in Stadtmitte. Von der Befestigung 1954 nur noch kleine Überreste vorhanden; außer der 1954 oberhalb der Pfarrkirche gelegenen Burg bestand sie aus Wallgraben, Ringmauer mit 7 Türmen (einer Ende 18. Jhdts. abgebrochen) und 2 Toren (1811 niedergelegt) und außerhalb der Stadt 4 Landwehren und einer „Wache". - Hallenberg war in 4 Bauerschaften (Quartale) eingeteilt: Burg, Rapphun, Eudeut, Eisernhut, die im Viehtrieb und Backwesen Selbstverwaltung hatten. Grundfläche 15 ha. Erstes Haus außerhalb des Mauerrings 1835.
Gebäude
Rathaus 1424, abgebrochen 1829. Marienkapelle im alten Merklinghausen vor der Stadt: Chor um 1000, Anbau um 1120. Kath. Pfarrkirche der Heiligen Nikolaus und Katharina, seit Mitte 14. Jhdt. St. Heribert Anlage 13. Jhdt., abgebrannt 1519, auf alter Grundlage wiederaufgebaut Ende 16. Jhdt., Turm 1708. 14-Nothelfer-Kapelle 1722. Kapelle auf dem Kreuzberg 1725. Valentinuskapelle. Brunnen von 1756. Fachwerkhäuser des 18. Jhdt.
Brände
Hallenberg wurde zerstört 1288; Stadtbrände nach 1400, 1519, 1883.
Bevölkerung
Ältere Einwohnerzahl
1482: 61, 1491: 64 Bürger.
Seuchen
Pest 1480, 1540-42, 1724.
Bevölkerungsverzeichnisse
- Kirchenbücher: kath. seit 1651 bzw. 1686.
- Bürgerliste im Stadtbuch um 1670.
Abschriften der Mormonen
Staats- und Personenstandsarchiv Detmold
- 1808-1874 (rk.) Geburten, Heiraten, Tote
- 1826-1846 (Juden, Bürgermeisterei) Geburten, Heiraten, Tote
Jüngere Einwohnerzahlen
1818: 1.371 Einwohner (E.), 1839: 1.520 E., 1843: 1.548 E. und 185 Häuser, 1858: 1.504 E., 1867: 1.262 E., 1871: 1.233 E., 1885: 1.221 E., 1895: 1.071 E., 1905: 1.133 E., 1910: 1.202 E., 1919: 1.303 E., 1925: 1.390 E., 1923: 1.547 E., 1939: 1.544 E., 1946: 2.472 E., 1950: 2.342 Einwohner. Im zweiten Drittel des 19. Jhdts. starke Auswanderung.
Sprache
Die Mundart von Hallenberg liegt unmittelbar nördlich der ich-Linie. Sie hat viele Eigenheiten beider Seiten, der niederdeutschen. und mitteldeutschen, in sich aufgenommen, gehört aber im ganzen schon zum Mitteldeutschen, enger zum nordhessischen Grenzraum Laasphe-Ziegenhain (mit das 'das', Brüder 'Bruder', Eis 'Eis', verkööfen 'verkaufen').
Wappen
Beschreibung des Wappens:
Nach der kommunalen Neugliederung hat der Regierungspräsident Arnsberg mit Verfügung vom 31.12.1976 der neuen Stadt Hallenberg genehmigt, das wie folgt beschriebene Wappen zu führen:
"In Weiß (Silber) ein durchgehendes schwarzes Kreuz, bewinkelt von vier aufgeschichteten schwarzen Schlüsseln mit abgekehrten Bärten."
Die Petrusschlüssel deuten eine bischöfliche Gründung an und das schwarze Balkenkreuz steht für die ehemalige kurkölnische Oberhoheit.
Quelle: Stadt Hallenberg
Allgemeine Information
Politische Einteilung
Hallenberg besteht aus den Ortsteilen:
Kirchliche Einteilung/Zugehörigkeit
Evangelische Kirchen
Katholische Kirchen
Geschichte
Genealogische und historische Gesellschaften
Genealogische Gesellschaften
Historische Gesellschaften
Genealogische und historische Quellen
Bürgerechtsquelle-Bürgerbuch
- Hallenberg, 1959 Kreis Brilon (1338), Protocollum Hallenbergense 1667-1678, mit Niederschriften über Bürgeraufnahmen, 307 Bll. (Staatsarchiv Münster, Msc. VII Nr. 5909, Bd. 3). Bürgeraufnahmen in kurkölnischer Zeit (18. Jh.). Darin: „Ordnung, nach der seit altersher in Hallenberg bei Anträgen auf Erteilung des Bürgerrechts verfahren wurde". 1794 (Amtsarchiv Hallenberg, Akte I 8 d, fasc. 13), Bürgeraufnahmen und Heiratsbewilligungen in hessischer und in der ersten preuss. Zeit, 1806-1809 (Amtsarchiv Halleriberg, Akte I 8 d, fasc. 15), Aufnahme neuer Gemeindeglieder 1826-1863 (ebd. II 12a, fasc. 13). Darin u. a. Anträge auf Erwerbung des Bürgerrechts, Anträge auf Stundung des Bürgergeldes, Ausschließung vom Bürgerrecht.
- Quelle: Beiträge zur westfälischen Familienforschung Bd. 36-37
Genealogische Quellen
Bibliografie
Genealogische Bibliografie
Historische Bibliografie
Archive und Bibliotheken
Archive
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Verschiedenes
Weblinks
Offizielle Webseiten
Genealogische Webseiten
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Zufallsfunde
Oft werden in Kirchenbüchern oder anderen Archivalien eines Ortes Personen gefunden, die nicht aus diesem Ort stammen. Diese Funde nennt man Zufallsfunde. Solche Funde sind für andere Familienforscher häufig die einzige Möglichkeit, über tote Punkte in der Forschung hinweg zu kommen. Auf der folgenden Seite können Sie Zufallsfunde zu diesem Ort eintragen oder finden. Bitte beim Erfassen der Seite mit den Zufallsfunden ggf. gleich die richtigen Kategorien zuordnen.
Private Informationsquellen- und Suchhilfeangebote
Auf der nachfolgenden Seite können sich private Familienforscher eintragen, die in diesem Ort Forschungen betreiben und/oder die bereit sind, anderen Familienforschern Informationen, Nachschau oder auch Scans bzw. Kopien passend zu diesem Ort anbieten. Nachfragen sind ausschließlich an den entsprechenden Forscher zu richten.
Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis
Dieses Bild gehört zum Ort mit der GOV-Kennung HALERGJO41HC | |
http://gov.genealogy.net/item/show/HALERGJO41HC
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