Blumentritt (Familienname): Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 14. Mai 2011, 09:02 Uhr
Herkunft und Bedeutung
Bedeutungen des Namens 'Blumentritt'
In der deutschen Sprachgeschichte Blumentritt (mittelhochdeutscher Übername "bloume+trit" => "Blume+trit") ist
- jemand, der am "Blumenweg wohnt";
- jemand, der eine ewige Irrfahrt macht;
- jemand, der schon in der Sicherheit (unter Schutz) ist;
- jemand, der unschuldige, minderjährige Mädchen verführt.
Laut Duden: Familiennamen - Herkunft und Bedeutung kann der Name aus zwei verschiedenen Herleitungen entstanden sein:
- Übername nach einer besonderen (einmaligen) Begebenheit (vgl. mhd. trit "Tritt, Schritt; Tanz").
- Wohnstättenname: "wohnhaft am Blumenweg" (mhd. trit "Stufen, Weg").
Laut dem Schlesischen Namenbuch (1953, S.28):
- "Weiter verbreitet sind Blumentritt und Rosentret/Rosentreter, die inhaltlich etwa den Senftleben und Ohnesorge, den Freudenreich und Freudensprung entsprechen."
Varianten des Namens 'Blumentritt'
- Blumentrit (um 1342)
- Blumentritt (im 14. Jahrhundert)
- Blumtritt (?)
- Blomdritt
- Rosentreter (um 1340)
- Rosentrit (um 1372)
- Rosentritt
- Tiprai (Künstlername; ungarische Übersetzung um 1842)
- Virághalmy (Künstlername; ungarische Übersetzung um 1851, dann offizielle Zwangsmagyarisierung nach 1945)
Verbreitung des Namens 'Blumentritt'
- in Deutschland
- in Österreich
- in Polen
- in der Schweiz
- in Ungarn (die magyarisierte Form des deutschen Familiennamens)
- in der USA
- in Tschechien
- Die aus zwei oder mehreren Stammbäumen stammende und in Deutschland lebende Familien tragen den Namen Blumentritt mit ganz verschiedenen Bedeutungen:
A) Familienname 'Blumentritt' aus dem 14. Jahrhundert
- mit der Bedeutung: der, der schon in der Sicherheit und unter dem Schutz lebt
Geographische Verteilung
Blumentritt ist der aus dem mittelalterlichen "bluomen trût"(1) abgeleitete Name einer deutschen Familie, die sich nach der Familienerinnerungen urspünglich in Witland, dann im Deutschordensstaat angesiedelt hatte ("jemand, der unter Schutz ist"); mit hohe Wahrscheinlichkeit entweder in Angerburg oder in Ragnit, vielleicht in Kreuzburg (heute Slawskoje)(2). Im Laufe des 17. Jahrhunderts kamen die Vorfahren der katholischen Familie Blumentritt aus dem Norden in Bayern und in den südböhmischen Raum. Nach dem zweiten Weltkrieg teilte sich die Familie; heute leben die Blumentritts in Thüringen, Bayern, Tirol und Ungarn (unter magyarisierten Namen).
- (1) vergleiche der gotes trût in: Die deutschen Gedichte der Vorauer Hs. (Kodex 276 - II. Teil)
- (2) Die Hobbyhistoriker der Familie streiten darüber.
Bekannte Namensträger
- Ferdinand Blumentritt (1853, Prag - 1913, Leitmeritz), Ethnograph, Gymnasialdirektor
- Franz Xaver Blumentritt ab 1851 Ferenc Virághalmi (1826, Komorn - 1875, Kleinmariazell), Schriftsteller, Übersetzer
- Franz Xaver Blumentritt (1789, Komorn - 1830, Komorn), Stadtrat, Stadtplaner, Theologe
- Günther Blumentritt (1859, Apolda - 1941, München), Architekt, Stadtplaner
- Günther Blumentritt (1892, München - 1967, München), General
- Klaus Blumentritt (1941, Wörth am Rhein - ), Bundesbeauftragter
- Volker Blumentritt (1946, Jena - ), Mitglied des Deutschen Bundestages
B) Familienname Blumentritt aus dem 19. Jahrhundert
- mit der Bedeutung: der, der nie zu seinem Ziel gelangt oder Mädchen verführt
Geographische Verteilung
Blumentritt ist der von den monarchistischen Beamten obligatorisch gegebene Schimpfname einer Familie mit jüdischen Glaubens (wie z.B. Burda bedeutet: Fraß), die sich zuerst in Galizien, dann um 1810 in Cisleithanien, endlich um 1870 in der Österreich-Ungarischen Monarchie angesiedelt hatte. Seit 1950 leben ihre Abkömmlinge in Deutschland, in Österreich und in der USA.
Bekannte Namensträger
- Martin Blumentritt, Journalist
Literaturhinweise zu den Familienname-Variationen
- Innere Links:
- Weblinks:
- Blumentritt (In: Europäisches Archiv für Familienwappen, Familiennamen, Genealogie, Ahnenforschung, Heraldik, Wappen, Adel)
- Blumentrit (In: Ahnenforschung.Net)
- Blumtritt (In: Otto Heike: 150 Jahre Schwabensiedlungen in Polen 1795-1945 - Wiontschin. Leverkusen 1979.)
- Rosentreter (In: Familie Greve. Ahnenforschung und Familienforschung)
- Rosentritt (In: Bürgerbuch der Stadt Konitz von 1550-1850 Hrsg. v. E. Kloß, Danzig 1927.)
- Tiprai (In: RadixIndex. Hungarian genealogy and local history databases)
- in Buchform:
- über "Virághalmy"
- Lea-Katharina Steller geb. Virághalmy: A Cserepár naplója. Historioszociográfiai áttekintés a XIX. század Magyarországából (In: Szemléletről Eszméletre 2.) Szentendre, 2004. ISBN 9632178211, ISSN 12192015