Gelguhnen
Gelguhnen war 1905 ein Wohnplatz von Ramuck im ehemaligen Landkreis Allenstein in Ostpreußen. Seit 1945 gehört der Ort zu Polen und heißt auf polnisch Jełguń .
Politische Einteilung
- 1817: Königliche Glashütte im Amt Allenstein, Landkreis Allenstein
- 1905: Wohnplatz von Forstgutsbezirk Ramuck.
Kirchliche Einteilung/Zugehörigkeit
Evangelische Kirchen
Katholische Kirchen
Kirchenbücher
Ostpreußen/Genealogische Quellen/Kirchbuchbestände Landkreis Allenstein
Geschichte
- 1782: lm Dorf Gelguhnen im Ramucker Forst wurden 1782 eine staatliche Pottaschensiederei und eine Glashütte mit Glasschleiferei angelegt.[1]
- 1817: Die Königliche Glashütte im Kirchspiel Wuttrienen sowie im Amt Allenstein hat elf Feuerstellen und 108 Seelen.[2]
- 25.05.1845: Dem herumreisenden Kammerjäger Friedrich Grünholz wird aus dem Gasthause zu Gelguhn ein Pferd gestohlen.[3]
- 07.03.1847: Diebstahl einer Kuh aus dem Stalle vom Glasfabrikanten Manns in der Nacht.
- 1851: In der Glasfabrik wird jemand gesucht, der die schriftlichen Arbeiten und einige Nebentätigkeiten zu besorgen hat. Ferner hat das Glashüttenetablissement für eine Versicherungssumme von 4410 Thalern an Fundationsbeträgen 22 Thlr 1 Sgr und 6 Pf zu zahlen.
- 08.11.1854: Die Losungsscheine der Militärpflichtigen Ferdinand Rogge und Friedrich Piechodtka sind innerhalb von 8 Tagen einzusenden.
- 18.05.1853: Im Ort sind die Varioliden ausgebrochen.
- 12.11.1855: Öffentlicher Lizitationstermin zum Verkauf des zum Theerofen-Etablissement Gelguhnen gehörigen Wohngebäudes abgeschätzt auf 38 Rthlr unter dem Beding des Abbruchs und Planierung der Baustelle.
- 29.05.1863: Dem Veteranen Christian Trojahn wurde von der Königlichen Regierung zur Unterstützung hilfsbedürftiger Krieger de 1806/15 eine extraordnaire Unterstützung von 3 Thlr gewährt.
- 14.11.1863: Das typhöse Fieber im Ort ist erloschen.
- 01.12.1905: Bei der Volkszählung hat Gelguhnen 2 Wohnhäuser und 8 Einwohner.[4]
Glashütte am Gelguhner See
Im Jahr 1781 wurde die Hütte in Gelguhnen erweitert und 5 Jahre später die Pottaschesiederei modernisiert - Pottasche die durch das Laugen von Holzasche hergestellt wird (wortwörtlich: erzielt [uzyskiwac]) - ermöglichte die Produktion von schwer zu schmelzendem Glas besserer Güte. Die Gelguhner Pottasche wurde ebenfalls in den benachbarten Ortschaften verkauft, da sie gleichfalls zur Herstellung von Seifen, Farben, Bier und anderen Produkte benötigt wurde. Sie wurde nach Osterode (Ostroda), Liebemühl (Miłomłyn), Marienburg (Malbork), Lötzen (Giżycko), Wormditt (Orneta), Elbing (Elbląg) und sogar nach Warschau ausgeführt. Nach der ersten Teilung Polens zwangen die preußischen Machtinhaber die Werksleitung (administracja fabryki) den Kontakt mit dem Warschauer (Bürger) "Polubicki" (vermutlich ein Kaufmann) abzubrechen und fortan mit den Kaufmännern aus Graudenz (Grudziądz) zusammenzuarbeiten.
Im Zeitraum zwischen den Jahren 1770 bis 1788 wuchs die Anzahl der in der Gelguhner Pottaschesiederei beschäftigten Familien von 16 auf 37. Wenn man annimmt, dass eine Familie sich aus nur 5 Personen zusammensetzte (und nicht aus 16 wie bei der Familie Herman), so hätte Gelguhnen bereits zum Ende des 18. Jahrhunderts 200 Einwohner gezählt. Zwei Jahre vor der Ergreifung Ermlands (Warmia) durch die Preußen waren in der Gelguhner Pottaschesiederei folgende Personen beschäftigt: Jan Brelicki, Wojciech Czecor, Andrzej Dorzekowski, Daniel Draap, Jan Hallwas, Jacek Jablinowski, Jozef Krakowski, Jakub Lach, Jan Lewandowski, Jan Lewieski, Mateusz Malitar, Hop Nickel, Jan Skibski, Wojtek Weglowski, Tomasz Wojciechowski, Walenty Wojciechowski. Ihre Fachgebiete wurden bezeichnet als: Fabrikant, Heizer, Schmelzer, Helfer und Arbeiter.
Walenty Aleksandrowicz hatte nicht die Dokumente aus dem Jahr 1805 bemerkt, die von der damaligen Glashütte sprachen. Der damalige Förster Lindenstaedt bemühte sich seinerzeit, um die Erlaubnis zum Wiederaufbau der zerstörten Wohngebäude zu Dienstwohnungen und Sitz des Forstamtes Nowy Olsztyn (Neu-Allenstein) (das spätere Forstamt Ramuck).
Zur Wende des 18. und 19. Jahrhunderts muss es in der Glashütte am Gelguhner See eine längere Produktionspause gegeben haben, da die Gebäude im Jahr 1805 bereits zerstört waren. Die napoleonischen Kriege führten – indirekt – zu einem (erhöhten) Bedarf an Glas und Glasprodukten. Die Glashütte in Gelguhnen war im Jahr 1817 bereits wieder eingerichtet. Von Ihrer Existenz zeugt eine Notiz/Erwähnung in einem Antrag der von den Bewohnern von Neudorf (Nowa Wieś) an die Machtinhaber (wortwörtlich; freie Übersetzung: Gemeindeverwaltung) gestellt wurde. (Neudorf) wurde im Jahr 1802 auf den Gebieten, die vormals zu der Gemeinde Przykopp (übersetzt: Laufgraben) gehörten gegründet.
Quelle: "Polscy i niepolscy prusacy" von Edward Martuszewski, 1974, Allenstein
Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis
| GOV-Kennung | GELNENKO03GP | ||||||||
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| Typ |
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| w-Nummer |
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| externe Kennung |
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| Karte |
TK25: 2389 |
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| Zugehörigkeit | |||||||||
| Übergeordnete Objekte |
Ramuck (= Neuramuck), Oberförsterei, Ramuck (- 1929) ( Gutsbezirk) Quelle Stawiguda (1999 -) ( Landgemeinde PL) |
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| Untergeordnete Objekte |
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Fußnoten
- ↑ HB A-L 36 (2005), S. 47
- ↑ Wald, S. 174
- ↑ AK 1845, S. 121
- ↑ Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Heft 1. Gemeindelexikon für Ostpreußen. Berlin, 1907/08. Sonderschriften des Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen e. V. Nr. 102, Nachdruck Hamburg 2003, Im Selbstverlag des Vereins, S. 9.